Jahr: 2009

Thomas Schmitz in Polizeigewahrsam…

Für ungewöhnliche Recherchen und Erfahrungen der extremeren Art, machen wir (fast) alles… Und so begibt sich ein schmitzkatze-Mitarbeiter am morgigen Dienstag eine Nacht lang in das Gewahrsam der Bochumer Polizei…

Endlich einmal in Ruhe lesen (und wahrscheinlich auch mal Ruhe vor den Kolleginnen & Kollegen haben), ist der große Wunsch unseres Chefs. Deshalb griff er den Vorschlag der letzten schmitzkatze-Redaktionssitzung auf, er möge doch, wenn er wolle, in den »Knast« gehen.

Jetzt wird er durch die Hilfe von Polizeipressesprecherin Ingrid Laun-Keller und des Leiters des Polizeigewahrsams Heiner Stratmann um genau diese Erfahrung reicher. Ob er dort die ersehnte Ruhe fand, was ihm alles widerfahren ist und ob er überhaupt wieder in die Freiheit entlassen wird (Kollegin Römer hat da so ihre Bedenken…), lesen Sie in der nächsten schmitzkatze. Sie erscheint am 13. März 2009.
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Marcelo Figueras, Kamtschatka

Buenos Aires, kurz nach dem Militärputsch 1976. Ein regimekritischer Anwalt muss mit seiner Familie untertauchen. Was für die Eltern lebensgefährliche Notwendigkeit ist, wird für die beiden Söhne zum grandiosen Abenteuer. Bedrohung und Spiel, Familie und Diktatur bestimmen die Welt der Jungen.

Figueras erzählt aus der Sicht des damals zehnjährigen Sohnes der Familie von Abenteuern und Angst, Zauberkünstlern und Außerirdischen. Nicht der blutige Putsch steht im Mittelpunkt des Romans, sondern die Veränderungen, die sich für die Familie in der Diktatur ergeben. Ein Strategiespiel wird für den Jungen und seinen Vater zum Sinnbild der eigenen Lage – wenn das kleine Land Kamtschatka sich erfolgreich gegen die Übermacht seiner Feinde verteidigt. Die Zärtlichkeit und kindliche Neugier, mit der Figueras den Erfahrungen seines kleinen Helden nachspürt, steht in Kontrast zu dem sich ausbreitenden Terror im Land, »sensibel und voll warmem Humor« (Elke Heidenreich) verwebt er Kinderfragen und Zeithistorie. Ein tragikomischer Roman voll existentieller Kraft.

Der Kinofilm ›Kamtschatka‹, nach dem Drehbuch von Marcelo Figueras, erhielt 2003 den Publikumspreis auf der Berlinale und wurde als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert.

Warum mich dieses Buch so fasziniert hat, können Sie Mitte März in der neuen schmitzkatze nachlesen…

Die ersten Seiten können Sie hier… lesen.

Marcelo Figueras, Kamtschatka
dtv
€ 9,90

Bei uns erhältlich oder online in unserem Shop bestellbar.

Frisch ausgepackt

›Der heilige Eddy‹ handelt vom mysteriösen Verschwinden eines Berliner Großunternehmers und High-Society-Stars, von Klatschjournalisten, einer Stadt außer Rand und Band, einem Volkshelden wider Willen – und vom wunderbarsten Duft der Welt.

Was für ein dummer Zufall: Ausgerechnet vor Eddys Wohnungstür gerät der derzeit meistgehasste Mann Berlins ins Stolpern – der Imbissbuden-Millionär und Heuschreckenkapitalist Horst König. Denn das Letzte, was Eddy, ein sympathischer Trickbetrüger, der sich mit dem Ausnehmen betuchter Leute ein Leben als Musiker samt bürgerlicher Fassade im linksalternativen Kreuzberg finanziert, gebrauchen kann, ist die Aufmerksamkeit der Polizei. So wenig wie die von Königs Bodyguards, die draußen auf ihren Chef warten. Zwar weiß sich Eddy zunächst zu helfen, doch dann gerät die Geschichte außer Kontrolle. Der Fall Horst König wird zum Berliner Medienereignis und dessen Familie zum Freiwild für Boulevardjournalisten. Eddy plagt das schlechte Gewissen, und gerne würde er sämtliche Missverständnisse aufklären. Am liebsten gegenüber Königs schöner und exzentrischer Tochter Romy …

Eine Leseprobe finden Sie hier…
Und eine Hörprobe hier…

Und in der Frühjahrsausgabe unserer schmitzkatze können Sie demnächst nachlesen, wie begeistert Kathrin Schwamborn vom »heiligen Eddy« ist…

Jakob Arjouni
Der heilige Eddy
Diogenes Verlag
€ 18,90

Auch als Hörbuch erhältlich:
Ungekürzte Autorenlesung
4 CDs / 288 Minuten
€ 24,90

Bei uns erhältlich oder bestellen Sie Buch und/oder CD ganz bequem online in unserem Shop.

Dominique Sigaud, Annahmen über die Wüste

Ein toter Soldat liegt in der Wüste. Er sieht so friedlich aus, als würde er lediglich schlafen… Wie kommt er dahin und was ist ihm widerfahren? An wen sind die zärtlichen Briefe gerichtet, die er bei sich trägt?

Es gibt wunderschöne Bücher, die verschwinden einfach. So auch Dominique Sigauds Roman »Annahmen über die Wüste«. 1997 ist es im ersten (oder einem der ersten) Programm(e) des Berlin Verlages erschienen und es war damals eines unserer absoluten Lieblingsbücher. Und dann war es vergriffen, keine Taschenbuchausgabe in Sicht. Zwölf Jahre später ist es endlich wieder lieferbar und vielleicht haben unsere leicht penetranten Nachfragen beim Verlag doch ein wenig dazu beigetragen, dass Sie dieses Buch jetzt lesen können – und das sollten Sie unbedingt!

Dominique Sigaud
Annahmen über die Wüste
Berlin Verlag
€ 8,90

Bei uns erhältlich oder online in unserem Shop bestellbar.

Bitte nicht kaufen…

Nach »Kind 44« war ich gespannt auf den neuen Roman von Tom Rob Smith, dem gerade mal 30jährigen Autor aus London. Der erste Roman gefiel mir wegen seiner genauen Recherchen des Alltagslebens in Russland während der Stalin-Aera. Das Buch hatte einige kleine Mängel, es konnte eigentlich nur besser werden. Dachte ich. Schade, mit seinem Roman »Kolyma« ist Smith weit über sein Ziel hinausgeschossen.

Der Inhalt: Moskau 1956. Nach der geheimen Rede Cruschtschows, in der er sich von Stalin distanziert, herrscht Aufruhr in der Sowjetunion. Überlebende der großen Säuberungen melden sich anklagend zu Wort und es kommt zu ersten Racheakten. Der ehemalige KGB-Offizier Demidow soll den Tod von zwei Geheimdienstlern aufklären. Soweit – so spannend. Doch dann kommt es knüppeldick für den Demidow – und für den Leser. Die Adoptivtochter des Ermittlers wird entführt – ausgerechnet von einer Pfarrersfrau, die Demidow zu KGB-Zeiten verraten hat und die nach ihrer Freilassung aus dem Arbeitslager zum Racheengel mutiert. Leben gegen Leben. Demidow soll den Pfarrer, der seit sieben Jahren im berüchtigten Lager Kolyma in Sibirien einsitzt, befreien.

Von da an wird nur noch dick aufgetragen und selbst James Bond würde neidisch ob der Fähigkeiten des Polizisten. Demidow lässt sich ins Lager einschmuggeln – Zerschlagung eines Gefangenenaufstandes unter Deck des Transportschiffes inclusive. Er wird von Mithäftlingen, die ihn erkennen, gefoltert. Er geraät an einen geläuterten Lagerkommandanten, der seine Häftlinge öffentlich um Verzeihung bittet. In einem spektakulären Showdown flieht er aus dem Lager und befindet sich wieder in Moskau – natürlich mit dem Pastor. Die Übergabe scheitert, seine Tochter stirbt.

Mmh, dachte ich beim Lesen. Warum ist jetzt nicht Schluss, warum muss ich immer noch 170 Seiten lesen?
Haha. Die Tochter ist aber gar nicht tot, war alles nur gefaked. Sie wollte nämlich viel lieber bei Ihrem Racheengel bleiben und mit dem nach Ungarn ziehen und einen Volksaufstand anzetteln? (Schließlich haben wir ja 1956). Das Buch zu Ende gelesen habe ich nur, weil ich wissen wollte,  wie Smith die Kurve kriegt und die Klammer schließt.
Ich mache es kurz: Demidow reist nach Budapest, findet seine 14jährige Tochter, die gerade ihre ersten Schießübungen macht und sich zum ersten Mal verliebt. Er holt sie – natürlich unter dramatischsten Umständen nach Hause. Die Geläuterte versöhnt sich mit der Familie und lässt sich – damit endet das Buch dann tatsächlich – vom Vater eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen.
Fazit: So etwas möchte ich nie wieder lesen.

Aus Verlagssicht klingt das übrigens so:
In Tom Rob Smiths zweitem Thriller geht es auf dramatische Weise um Schuld und Sühne. Kann man vergangenes Unrecht wiedergutmachen? Noch nie war die Antwort auf diese uralte Frage so spannend.

Tom Rob Smith
Kolyma
Dumont Verlag
€ 19,95

Die Gewinnerin des Adventsrätsels steht fest!

Silvester-, urlaubs-, inventur- und schnupfenbedingt leider etwas später als geplant…

Wir sind natürlich davon ausgegangen, dass alle Teilnehmer des Adventsrätsels das Lösungswort erraten.
WEIHNACHTSWUNSCHBAUM 2008 stand dann auch viele Dutzend mal in den Antwortmails, die uns seit Weihnachten erreichten.
Offensichtlich hat es allen Freude gemacht und die Zeit bis Weihnachten ein wenig verkürzt. Wir sagen Besten Dank und gratulieren ganz herzlich der Gewinnerin MARTINA MUTZBERG aus Velbert. Der Brockhaus, liebe Frau Mutzberg, ist unterwegs an Sie. Viel Freude damit!