Offener Brief an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer

Herr Staatsminister Weimer,

als ich erfahren habe, dass meine Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet werden sollen, habe ich mich darüber zunächst sehr gefreut. Ich habe die Buchhandlungen erst 2024 übernommen, und deshalb habe ich diese Auszeichnung auch als Anerkennung für die Arbeit meines Teams verstanden.

Umso schwerer fällt mir die Entscheidung, diesen Preis nicht anzunehmen.

Der Grund dafür liegt nicht im Preis selbst und auch nicht in der Arbeit der unabhängigen Jury. Mein Respekt gilt ausdrücklich den Jurymitgliedern sowie den vielen Kolleginnen und Kollegen, die in diesem Jahr ausgezeichnet werden.

Der Grund liegt in dem nachträglichen Eingriff Ihres Hauses in das Votum dieser Jury und im Ausschluss von drei Buchhandlungen, die zuvor von der Jury ausgewählt worden waren.
Ein staatlich vergebener Kulturpreis kann nur dann glaubwürdig sein, wenn seine Regeln klar und verlässlich sind. Eine unabhängige Jury einzusetzen und deren Entscheidung anschließend politisch zu korrigieren, widerspricht diesem Prinzip.

Besonders problematisch ist dabei, dass der Ausschluss der drei Buchhandlungen mit sogenannten „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ begründet wird, ohne dass diese Grundlage öffentlich nachvollziehbar gemacht wird. Ein so weitreichender Eingriff lässt sich jedoch nur legitimieren, wenn die Gründe dafür klar benannt werden. Solange dies nicht geschieht, bleibt der Vorgang zwangsläufig intransparent.

Ich halte es für einen gefährlichen Präzedenzfall, wenn staatliche Stellen in kulturpolitische Entscheidungen eingreifen, ohne die Grundlage ihrer Entscheidung offenzulegen. Kulturförderung lebt von Vertrauen – und dieses Vertrauen entsteht durch nachvollziehbare Verfahren.

Der jetzige Vorgang wirkt dabei nicht wie ein isolierter Einzelfall, sondern fügt sich in eine kulturpolitische Linie ein, die sich seit Ihrem Amtsantritt zunehmend abzeichnet. Eine Linie, die politische Eingriffe in eigentlich unabhängige kulturelle Prozesse zumindest möglich erscheinen lässt. Für die Zukunft eines freien und unabhängigen Kulturbetriebs in diesem Land ist das kein gutes Signal.

Gerade weil ich den Deutschen Buchhandlungspreis für wichtig halte, werde ich ihn unter diesen Umständen nicht annehmen.

Dennis Hasemann
schmitz die Buchhandlung
Essen

Unser Statement zum Buchhandlungspreis
und warum wir auf die Auszeichnung verzichten werden

Der Deutsche Buchhandlungspreis wurde mit einer klaren Idee gegründet: Der Staat stellt die Förderung bereit – über die Auszeichnungen entscheidet eine unabhängige Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern der Buchbranche, aus Buchhandel, Verlagen und Literaturbetrieb. Gerade diese Konstruktion hat den Preis glaubwürdig gemacht.

Der aktuelle Vorgang, bei dem das Bundesministerium für Kultur und Medien in das Votum dieser Jury eingegriffen und Preisträger nachträglich ausgeschlossen hat, stellt diesen Grundgedanken infrage.

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Mir geht es dabei ausdrücklich nicht um einzelne Buchhandlungen oder um politische Bewertungen ihrer Arbeit. Es geht um etwas Grundsätzlicheres: Wenn eine unabhängige Fachjury eingesetzt wird, dann muss ihr Urteil auch gelten. Ein politisches Nachkorrigieren dieses Votums widerspricht der Idee, auf der dieser Preis einmal aufgebaut wurde.

Hinzu kommt: Die Kriterien für diesen Eingriff bleiben unklar. Die betroffenen Buchhandlungen konnten sich offenbar nicht äußern, nachvollziehbare Gründe sind öffentlich nicht benannt worden. Für einen Preis, der kulturelle Vielfalt und offenen Diskurs auszeichnen soll, ist ein solches Verfahren schwer vermittelbar.

Selbst wenn ein Eingriff formal möglich sein mag, entsteht der Eindruck politischer Steuerung. Damit verändert sich die Logik des Preises. Aus einer staatlich finanzierten, aber fachlich unabhängigen Auszeichnung wird ein Preis, dessen Ergebnis am Ende politisch überprüft und korrigiert werden kann.

Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Jury und vor den Kolleginnen und Kollegen aus der Branche, die mit Sachverstand und Verantwortung über diese Auszeichnungen entscheiden. Gerade deshalb fühlt es sich für mich nicht richtig an, einen Preis anzunehmen, dessen Ergebnis im Nachhinein politisch verändert wurde. Die Jury hat ihre Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. Wenn dieses Urteil übergangen wird, verliert der Preis einen Teil seiner Grundlage.

Aus diesem Grund sehe ich mich derzeit nicht in der Lage, die Auszeichnung anzunehmen. Meine Entscheidung richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Jury oder gegen die vielen engagierten Buchhandlungen, die ausgezeichnet wurden. Sie richtet sich gegen den Grundsatz, dass politische Eingriffe die Arbeit einer unabhängigen Fachjury korrigieren.

Der Deutsche Buchhandlungspreis lebt von seiner Glaubwürdigkeit. Und Glaubwürdigkeit entsteht dort, wo fachliche Entscheidungen respektiert und transparent behandelt werden.

 

Heimat. Fußball. Rockmusik.
Frank Goosen in Werden.

Am 11. November 2026 kommt Frank Goosen mit seinem Programm Heimat, Fußball, Rockmusik nach Essen-Werden ins Forum Mariengymnasium Essen-Werden.

Goosen erzählt vom Ruhrgebiet und vom Leben – von Omma und Oppa, von ersten Konzerten, großen Niederlagen, kleinen Triumphen und dem wunderbaren Gefühl, auf dem eigenen Platz „Trainer“ genannt zu werden. Pointensicher, lakonisch, treffsicher. Kabarett, Literatur und Rock’n’Roll in genau der Mischung, die seit Jahren für volle Häuser sorgt.

Ein Abend zum Lachen, Wiedererkennen und Mitnicken.
Oder kurz gesagt: Goosen halt. Und das ist ziemlich nah am Besten.

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Frank Goosen
Kabarett
Heimat. Fußball. Rockmusik.
Mittwoch, 11. November 2026
Forum des Mariengymnasiums
Brückstr. 108 · 45239 Essen
Einlass 19.00 Uhr
Beginn 20.00 Uhr
Eintritt 28,- €

Kategorie

Lisa Roy
“Alles ist Gold”
Lesung

Am 11. Juni 2026 kommt Lisa Roy ins Bürgermeisterhaus Essen und stellt ihren neuen Roman Alles ist Gold vor.

Nach dem viel beachteten Debüt Keine gute Geschichte legt Lisa Roy einen Roman vor, der leise, klug und sehr nah am Leben erzählt: von Umbrüchen, Entscheidungen, Freundschaft und der Suche nach Zugehörigkeit. Ihr Ton ist lakonisch und warm, ihre Figuren bleiben im Kopf.

Es ist ein echtes Heimspiel: Lisa Roy ist in Essen aufgewachsen, und auch ihr erster Roman spielt hier. Umso schöner, dass sie mit ihrem neuen Buch nach Essen zurückkehrt.

Ein Abend mit einer Autorin, die genau hinschaut, präzise erzählt – und dabei nie den Humor und die Menschlichkeit verliert.

Lisa Roy
Lesung & Buchvorstellung
“Alles ist Gold”

Donnerstag, 11. Juni 2026
Bürgermeisterhaus Essen-Werden
Heckstr. 105, 45239 Essen
Einlass 19.00 Uhr
Beginn 19:30 Uhr
Eintritt: 20,- €

Kategorie

Martin Walker
Bruno in der Bredouille

Ein Abend mit einem der großen Namen des internationalen Krimis:
Am 19. Mai 2026 kommt Martin Walker nach Essen-Heisingen und liest aus dem neuen Band seiner erfolgreichen Bruno-Reihe.

Walker ist weit mehr als „nur“ Krimiautor: politischer Journalist, Historiker, langjähriger Guardian-Autor – und ein glänzender Erzähler, der Spannung, Zeitgeschichte, europäische Politik und Lebenslust auf unverwechselbare Weise verbindet. Seine Romane erscheinen in 18 Sprachen und haben Bruno, den Polizeichef aus dem Périgord, zu einer der beliebtesten Figuren des Genres gemacht.

Die Moderation und die deutschen Lesepassagen übernimmt Nora Hespers – kenntnisreich, präzise und mit genau dem richtigen Gespür für Walkers Tonfall.

Ein fulminanter Abend mit schottisch-bretonischem Akzent, klugem Krimi und viel Persönlichkeit.
Wir freuen uns sehr, diesen Hochkaräter in Heisingen begrüßen zu dürfen.

Martin Walker – Bredouille
Lesung & Gespräch
Moderation und deutsche Lesestellen: Nora Hespers
Dienstag, 19. Mai 2026
Alter Ratssaal im Rathaus Heisingen
Hagmanngarten 3, 45259 Essen
Einlass 19.00 Uhr
Beginn 19.30 Uhr
Eintritt 20,– €

Kategorie

Viktoria Tolstoy & Jacob Karlzon
„Who We Are“-Tour 2026

Zehn Jahre nach ihrem letzten Auftritt kehren Viktoria Tolstoy und Jacob Karlzon nach Werden zurück – mit ihrem neuen Album „Who We Are“. Für uns ist das ein Wiedersehen mit zwei Künstlern, die den europäischen Jazz auf ganz eigene Weise geprägt haben.

Viktoria Tolstoy singt mit jener unverwechselbaren Mischung aus Klarheit, Gefühl und nordischer Leuchtkraft, die jede Silbe trägt, als würde sie den Raum neu stimmen. Jacob Karlzon, Pianist mit einer seltenen Balance aus Energie und Feinheit, antwortet mit einem Spiel, das zwischen melodischer Offenheit und rhythmischer Präzision schwebt.

Seit fast dreißig Jahren verbindet die beiden eine musikalische Partnerschaft, die auf Vertrauen, Intuition und gegenseitigem Zuhören beruht. „Who We Are“ ist ihr Blick nach vorn – ein Album über Veränderung, Kontinuität und das gemeinsame Wachsen im Klang.

Am Freitag, den 24. April 2026, sind sie im Marienforum Essen-Werden zu erleben – nah, konzentriert und in jener Intensität, die nur entsteht, wenn zwei Musiker sich blind verstehen. Für uns bedeutet das: ein Stück „back to the beginning“. Und wir freuen uns – sehr.

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Freitag, 24. April 2026
Forum des Mariengymnasiums
Brückstr. 108 · 45239 Essen
Einlass 19.00 Uhr
Beginn 20.00 Uhr
Eintritt 35,- €

Kategorie

Jane Austen
Ein Leseabend mit Michael Schikowski

Nach Franz Kafka und Rainer Maria Rilke widmet sich Michael Schikowski in seinem dritten Leseabend im Bürgermeisterhaus einer der großen Stimmen der englischen Literatur: Jane Austen.

„Drei oder vier Familien in einem Dorf auf dem Lande, das ist der ideale Romanstoff“, schrieb Austen einmal – und schuf daraus einige der lebendigsten Frauenfiguren der Weltliteratur: Elisabeth Bennet, Elinor Dashwood, Anne Elliot, Fanny Price und Emma Woodhouse. Frauen, die mit Witz, Scharfsinn und Selbstbewusstsein ihre Welt vermessen.

Schikowski erzählt von Austens Leben und Werk, von einer Autorin, deren Bücher zunächst anonym erschienen, deren Ruhm heute aber ungebrochen ist. Und er liest – klug, pointiert und mit spürbarer Freude – aus jenen Dialogen, die Jane Austen unsterblich gemacht haben.

Ein Abend über feinen Humor, gesellschaftliche Beobachtung und die Kunst, in wenigen Sätzen ganze Welten zu öffnen.

Donnerstag, 26. März 2026
Bürgermeisterhaus Essen-Werden
Heckstraße 105, 45239 Essen
Einlass 19.00 Uhr
Beginn 19.30 Uhr

Eintritt 15,- €

Kategorie

Bruce Springsteen, Streets of Minneapolis
und die politische Stimme einer Nation:
Gegen Trump, für Demokratie

USA – Streets of Minneapolis: Bruce Springsteen veröffentlicht ein Protestlied gegen die ICE-Einsätze. Der Boss meldet sich zurück mit einer neuen Hymne, die die Debatte über Migration, Polizeigewalt und Staatsgewalt neu entfacht. In dem Song richtet er sich gegen Trumps Privatarmee, erinnert an die Mordopfer der ICE-Einsätze Alex Pretti und Renée Good und ruft zur Solidarität auf. Ein Aufschrei gegen Rechtsruck, Rassismus und staatliche Härte in den USA unter Trump. Gegen Abschottung, für Demokratie und Menschenwürde. Eine Ballade aus dem Herzen der amerikanischen Städte, die zeigt, wie Protestmusik wieder Politik macht. Streets of Minneapolis wird zur nationalen Debatte – über Rechte, Gerechtigkeit und die Frage, wem dieses Land gehört. Streets of Minneapolis stärkt die Stimme der Bürgerinnen und Bürger, die sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit erheben. Und sie erinnert daran, dass Popmusik keine flüchtige Hymne bleibt, sondern eine Waffe im Kampf für Demokratie.

Marcus S. Kleiner, Autor der Künstlerbiografie „Bruce Springsteen“ in der 100-Seiten-Reihe von Reclam, nimmt uns mit auf eine Reise in die USA unter Trump, durch die politischen Protestsongs von Bruce Springsteen, durch den American Dream von Springsteen und tief ins Herz der Finsternis der USA unter Trump.
Jan Bierther begleitet den Abend musikalisch und gibt uns einen weiteren Eindruck in die wichtigsten Songs Springsteens.
Marcus S. Kleiner & Jan Bierther (Gitarre) Bruce Springsteen, Streets of Minneapolis und die politische Stimme einer Nation: Gegen Trump, für Demokratie
Vortrag & Musik

Freitag, 27. Februar 2026
schmitz. die Buchhandlung
Grafenstr. 44, 45239 Essen
Einlass 19:00 Uhr
Beginn 19:30 Uhr Eintritt: 10€

Kategorie

Torkler & Bornstein
scapes
Duo-Jazz

Fünf Jahre nach seinem letzten, unvergesslichen Auftritt kehrt René Bornstein nach Werden zurück – diesmal im Duo mit dem Pianisten Wolfgang Torkler. Gemeinsam präsentieren sie ihr neues Album „scapes“ – ein Werk, das Jazz, Neoklassik und Klangkunst auf faszinierende Weise verbindet.

Torkler, bekannt für seine reduzierten, klar strukturierten Kompositionen, und Bornstein, einer der expressivsten Jazz-Bassisten seiner Generation, schaffen zusammen einen Klangraum, der sich langsam entfaltet – konzentriert, tief, manchmal fast meditativ. Akustische Samples, feine Loops und das hörbare Atmen der Instrumente machen die Musik unmittelbar und körperlich erfahrbar.

Das Konzert 2020 mit Bornstein bleibt legendär – das letzte vor der Pandemie, ein Abend voller Energie, Virtuosität und Spielfreude. Umso schöner, dass er nun mit seinem musikalischen Partner Wolfgang Torkler ins Bürgermeisterhaus zurückkehrt.

Ein Abend für alle, die Jazz nicht nur hören, sondern erleben wollen – leise, intensiv und voller Dynamik.

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Samstag, 13. März 2026
Bürgermeisterhaus Essen-Werden
Heckstraße 105, 45239 Essen
Einlass 19.00 Uhr
Beginn 19:30 Uhr

Eintritt 22,- Euro

Kategorie

Daniel Cohn-Bendit
Erinnerungen eines Vaterlandslosen
Lesung & Gespräch in Essen-Werden

Daniel Cohn-Bendit kommt nicht wie geplant am 17. April 2026 nach Essen-Werden. Die Veranstaltung muss aus terminlichen Gründen leider verschoben werden. Neuer Termin ist Samstag, der 3. Oktober 2026 – ein Datum, das für diesen Abend über Europa, Zugehörigkeit und politische Biografien kaum passender sein könnte.

Europa war für ihn nie ein abstrakter Begriff, sondern gelebter Alltag – mit Brüchen, Widersprüchen und biografischen Umwegen. Daniel Cohn-Bendit spricht an diesem Abend über sein Buch Erinnerungen eines Vaterlandslosen.

Geboren im Exil, geprägt von Flucht, Protest und politischer Leidenschaft, blickt der einstige „rote Dany“ zurück auf ein Leben zwischen Paris, Frankfurt und Europa. Offen, selbstkritisch und ohne Heldenpose erzählt er von 1968, von den Grünen, vom Europäischen Parlament – und von der Frage, was Zugehörigkeit heute überhaupt noch bedeuten kann.

Ein Abend mit einem der prägenden politischen Köpfe Europas: persönlich, klug, unbequem. Und hochaktuell.

Für die Verschiebung bitten wir um Entschuldigung. Bereits erworbene Tickets behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit.

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Freitag, 17. April 2026
Forum des Mariengymnasiums
Brückstr. 108 · 45239 Essen
Einlass 19.00 Uhr
Beginn 20.00 Uhr
Eintritt 25,- €