Unsere Postkarte der Woche

(Catch Publishing / UPI/Bettmann Newsphoto’s 1989)

Ja, im Frühling und im Sommer sieht man sie überall… Verliebte Paare! Sie laufen Händchen haltend durch die Stadt, sitzen knutschend auf Parkbänken und teilen sich turtelnd ihren Eisbecher. Der Mai ist nicht umsonst der Monat, in dem sich die meisten Paare das Ja-Wort geben! Wenn man es allerdings nicht schaffen sollte, den richtigen Partner zum Traualtar zu zerren und sich auch sonst schwer tut, die große Liebe kennen zu lernen, versuchen Sie es doch einmal, wie der Herr hier, auf dieser Postkarte. Eine, wie ich finde, durchaus charmante Idee, die Traumfrau zu treffen! Hoffen wir allerdings für ihn, es wird nicht die Dame im Hintergrund werden… :-)

Merkwürdige Gepflogenheiten

Wer sich über die Art und Weise der Werdener Wäschetrocknung wundert, kann ganz beruhigt sein: Das ist Kunst!
Zu bewundern – neben vielen, vielen anderen Kunstwerken – auch morgen noch, am zweiten Tag des diesjährigen Kunstwochenendes.

Gleichzeitig ist morgen in Werden verkaufsoffener Sonntag von 13.-18.00 Uhr. Wir freuen uns auf Sie!

Das Foto zum Wochenausklang und seine Geschichte

Jetzt ist also wieder soweit. Seit heute rollt der Ball und für ganz Fußballdeutschland ist klar: zwischen Löw raus und Wir sind Deutschland ist alles drin.

Meine Fußballkarriere begann zwischen Kuhfladen auf einer holprigen Wiese 1971 während einer Jugendfreizeit auf Ameland. Ich kann mich erinnern, dass Bälle schwer zu kontrollieren waren, immer wieder wegsprangen. Nach jedem zweiten Torschuss wurde lautstark geflucht, weil das Leder aus dem angrenzenden Entwässerungskanal gefischt werden musste. Ich spielte in Gummistiefeln und Lederhose, echte Trikots waren rar damals. Aber Tore fielen reichlicher als heute. (Wir spielten nämlich immer bis zehn oder bis zwanzig oder bis es anfing  dunkel zu werden und wir den Ball nicht mehr richtig sehen konnten).

Meine Fußballlaufbahn endete schnell ein paar Jahre später. Ich war einfach zu klein und zu langsam. Aber meine Liebe zu Ameland hat ein halbes Leben überdauert. Und da, wo wir früher Stöcke in den Boden rammten, steht heute doch tatsächlich ein Tor.

Steven Galloway, Der Cellist von Sarajevo

Wie muss es sich anfühlen, in einer Stadt zu leben, die Tag und Nacht beschossen wird, jeden Moment Angst zu haben, nicht lebend die andere Straßenseite zu erreichen, weil an jeder Ecke Scharfschützen lauern?
Steven Galloway schafft es mit diesem Roman uns ein Bild einer solchen Situation zu zeichnen. Sarajevo, Anfang der 90er Jahre. Die Bewohner werden seit Monaten belagert, die Lebensmittel sind knapp, Angst ist permanent überall vertreten. Wir als Leser lernen verschiedene Menschen kennen, die alle auf ihre Art versuchen, dem Bürgerkrieg zu trotzen, ihrem und dem Leben ihrer Lieben ein Stück Normalität zurück zu geben. Vor allem ein Musiker bewegt die Herzen vieler Bewohner Sarajevos. Nachdem er Zeuge eines Anschlags wurde, bei dem 22 Zivilisten ums Leben kamen, stellt er sich jeden Nachmittag an den Tatort und spielt ein Stück auf seinem Cello. 22 Tage lang, ein Stück für jedes Opfer.
»Der Cellist von Sarajevo« ist ein wunderbarer, sehr bewegender Roman über etwas Menschlichkeit in furchtbaren unmenschlichen Zeiten. Unbedingt lesen!

Steven Galloway
Der Cellist von Sarajevo
btb
€ 9,95

Jetzt als Taschenbuch bei uns erhältlich oder in unserem Shop bestellbar.

David Grossman erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2010

Gerade läuft es über unsere Ticker und die Nachricht freut uns sehr:
Der in Jerusalem lebende David Grossman wird im Oktober während der Frankfurter Buchmesse mit dem bedeutendsten Preis unserer Buchwelt ausgezeichnet. Damit wird ein israelischer Schriftsteller geehrt, der sich aktiv für eine Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt. In seinem Hauptwerk »Eine Frau flieht vor einer Nachricht« setzt er sich literarisch mit seinem eigenen Schicksal auseinander:
Während er bei Ausbruch des Zweiten Libanonkrieges mit anderen Schriftstellern eine Waffenruhe zwischen Israel und Libanon fordert, stirbt sein Sohn Uri durch eine Rakete der Hisbollah.
Natürlich sehe ich gerade, dass das Buch nicht lieferbar ist. Wir merken es aber gerne für Sie vor.

David Grossmann
Eine Frau flieht vor einer Nachricht
Hanser Verlag
€ 24,90

Günter Grass, Grimms Wörter

Ich behaupte, das wird eines der wichtigsten Bücher des Jahres 2010.
Vor 10 Jahren legte Günter Grass ein monumentales Werk vor. In »Mein Jahrhundert« verfasste er zu jedem Jahr des abgelaufenen 20. Jahrhunderts eine Geschichte. Erschienen bei Steidl, war es ein Meisterwerk – auch der Buchkunst. Jetzt erscheint im September »Grimms Wörter«, die Günter Grass eine Liebeserklärung an die deutsche Sprache in 26 Buchstaben nennt.
Und Gerhard Steidl hat offenbar den Entschluss gefasst auch eine Liebeserklärung an das Buch selbst zu machen. Das lassen zumindest erste Andrucke und Leseproben erahnen, die ich seit 2 Wochen ins Haus geschickt bekomme. 360 Seiten, mit farbigen Vignetten von Grass selbst, feines Papier, Fadenheftung, Lesebändchen, Leineneinband mit Schutzumschlag. Geliefert wird das Buch zusätzlich noch in einem Pappschuber. Es erscheint am 3. September und wird 29,80 Euro kosten.
In Kürze wird ein Magazin zu »Grimms Wörter« vorliegen. Da können Sie sich einen ersten Eindruck machen. Bestellen Sie sich Ihr Exemplar vor (oder auch gleich zwei, dann müssen Sie sich um ein Weihnachtsgeschenk weniger kümmern…).

Günter Grass
Grimms Wörter
Steidl Verlag
ca. € 29,80
(Erscheinungstermin: 3. September 2010)

Birgit Schlepütz, Lesereise Ruhrgebiet. Schichtwechsel im Bauch der Metropole

 

Als Kulturhauptstadt haben wir bald Bergfest, denn ein halbes Jahr mit den ersten kulturellen Highlights zur Ruhr 2010 ist fast vorüber. Gerade noch Zeit genug, um folgenden Buchtipp loszuwerden. Birgit Schlepütz hat 22 stimmungsvolle Kapitel mit, ich will mal sagen, Geschichten aus dem Ruhrgebiets-Hinterland zusammengetragen.
Erzählt wird neben vielem anderen die Story vom Null-Sterne Restaurant in Bochum-Wattenscheid. Wir erfahren, wie eine Pfarrerstochter Bestseller-Autorin wurde und ein Türke verrät, was ihn und Elvis Presley verbindet. Ebenso findet sich die Zeche Zollverein im Mittelpunkt einer Erzählung wieder, genauso wie das »In-Hostel-Veritas«, einem Backpacker-Hotel mitten in Oberhausen.
Wir haben eben viel zu bieten, hier im Ruhrpott. Und ich finde dieses Büchlein so schön, weil »et von hinter die Bühne berichtet«, wie wir hier sagen würden. Mal wieder ein geradezu ideales Mitbringsel für alle, Pötter oder nich. Gebunden und für sagenhafte 14,90 Euro gut investiertes Kulturgut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Birgit Schlepütz
Lesereise Ruhrgebiet. Schichtwechsel im Bauch der Metropole
Picus Verlag
€ 14,90

Jetzt bei uns erhältlich oder in unserem Shop bestellbar.
(Jörg Leibold)

John Irving, Letzte Nacht in Twisted River

Endlich wieder ein neuer Irving!
Ich habe am Wochenende den ersten Teil des Romans  »Letzte Nacht in Twisted River« gelesen und ich glaube, dass es sich wirklich lohnt weiter zu lesen. Daniel Baciagalupo, Koch in einem Holzfällercamp am Twisted River, ist Witwer und kümmert sich liebevoll um seinen Sohn Daniel. Sein bester Freund ist der Holzfäller Ketchum, nach außen ein rauer Bursche, in Wirklichkeit ein ganz lieber Kerl. Durch eine ganz unglückliche Verwechselung muss Dominic mit seinem Sohn fliehen und diese Flucht wird sich über fünf Jahrzehnte hin ziehen. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn steht im Mittelpunkt des Romanes. Ich glaube, dass alle Irving-Freunde wieder auf ihre Kosten kommen. Es wäre schön, wenn man diesen Roman in einem Rutsch durchlesen könnte, denn Irving-Bücher machen absolut süchtig…

John Irving
Letzte Nacht in Twisted River
Diogenes Verlag
€ 26,90

Wenn Sie in den neuen Irving reinlesen möchten, klicken Sie einfach auf das Buch.

Jetzt bei uns erhältlich oder in unserem Shop bestellbar.

Langes Kunstwochenende am 12./13. Juni

Beim mittlerweile 7. Kunsttag stellen Künstler aus fast allen Bereichen in der Werdener Altstadt ihre Werke aus. Ob es in der Neuen Aula der Folkwang Universität die Fotografie ist, vor dem Rathaus und Brunnen Skulpturen, im Kreuzungsbereich vor dem Rathaus eine Foto-Out-Door-Ausstellung der Uni Essen, im Haus Fuhr die »Altschüler«, im Marien-Gymnasium eine Vielzahl von Künstlern, »Ein paar Leinen Buntes« in der Hufergasse/Grafenstraße, in den Geschäften, Lokalen, in den Kirchen – sogar die Brücke über die Ruhr wird ihr »Gesicht zeigen« und die Treppe dort mit Graffiti verschönert… Überall zeigt sich an diesem Wochenende die Kunst in all ihrer Vielfalt.
Am Samstag und am verkaufsoffenen Sonntag (13.-18.00 Uhr) stehen die Künstler ab 13 Uhr bis in den Abend zu Gesprächen bereit. Das Schöne ist, die Kunstwerke sind auch kauf- und mitnehmbar :-)

Wer wo ausstellt, können Sie hier… nachlesen.

Und wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, versäumen Sie nicht einen kleinen Abstecher in unsere Kinderbuchhandlung, dort zeigen wir ein witziges Bilderbuchkino rund um das Thema »Müssen», der bekannte Kindermusiker Christian Schigulski (Saitentwist) gibt ein Umsonst-und-(hoffentlich)-draußen-Konzert und der Grafiker und Illustrator Dirk Uhlenbrock malt auf Zuruf kleine und große, niedliche und fiese Monster…


»Jetz is, wo früher inne Vergangenheit die Zukunft war«

Herbert Knebel, der voll im Saft stehend Mittsechziger, kennt die Errungenschaften der modernen Welt, denn: «Grade als Mann inne besten Jahre sollte man sich nich vor der Zukunft verschließen.» Also kämpft er mit Pottkasts, Fickipedia und Telefonrobotern. Und es wird klar: Ein bisschen Knebel steckt in uns allen.

Mit Kreuzworträtsel und Herberts Tipps für jede Lebenslage! Und einem 1a-Herbert-Knebel-Starschnitt :-)

Reinlesen können Sie gleich hier…

Herbert Knebel
Jetzt is, wo früher inne Vergangenheit die Zukunft war
Rowohlt Verlag
€ 8,95

Jetzt bei uns erhältlich oder in unserem Shop bestellbar.