Marcelo Figueras, Kamtschatka

Buenos Aires, kurz nach dem Militärputsch 1976. Ein regimekritischer Anwalt muss mit seiner Familie untertauchen. Was für die Eltern lebensgefährliche Notwendigkeit ist, wird für die beiden Söhne zum grandiosen Abenteuer. Bedrohung und Spiel, Familie und Diktatur bestimmen die Welt der Jungen.

Figueras erzählt aus der Sicht des damals zehnjährigen Sohnes der Familie von Abenteuern und Angst, Zauberkünstlern und Außerirdischen. Nicht der blutige Putsch steht im Mittelpunkt des Romans, sondern die Veränderungen, die sich für die Familie in der Diktatur ergeben. Ein Strategiespiel wird für den Jungen und seinen Vater zum Sinnbild der eigenen Lage – wenn das kleine Land Kamtschatka sich erfolgreich gegen die Übermacht seiner Feinde verteidigt. Die Zärtlichkeit und kindliche Neugier, mit der Figueras den Erfahrungen seines kleinen Helden nachspürt, steht in Kontrast zu dem sich ausbreitenden Terror im Land, »sensibel und voll warmem Humor« (Elke Heidenreich) verwebt er Kinderfragen und Zeithistorie. Ein tragikomischer Roman voll existentieller Kraft.

Der Kinofilm ›Kamtschatka‹, nach dem Drehbuch von Marcelo Figueras, erhielt 2003 den Publikumspreis auf der Berlinale und wurde als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert.

Warum mich dieses Buch so fasziniert hat, können Sie Mitte März in der neuen schmitzkatze nachlesen…

Die ersten Seiten können Sie hier… lesen.

Marcelo Figueras, Kamtschatka
dtv
€ 9,90

Bei uns erhältlich oder online in unserem Shop bestellbar.

Frisch ausgepackt

›Der heilige Eddy‹ handelt vom mysteriösen Verschwinden eines Berliner Großunternehmers und High-Society-Stars, von Klatschjournalisten, einer Stadt außer Rand und Band, einem Volkshelden wider Willen – und vom wunderbarsten Duft der Welt.

Was für ein dummer Zufall: Ausgerechnet vor Eddys Wohnungstür gerät der derzeit meistgehasste Mann Berlins ins Stolpern – der Imbissbuden-Millionär und Heuschreckenkapitalist Horst König. Denn das Letzte, was Eddy, ein sympathischer Trickbetrüger, der sich mit dem Ausnehmen betuchter Leute ein Leben als Musiker samt bürgerlicher Fassade im linksalternativen Kreuzberg finanziert, gebrauchen kann, ist die Aufmerksamkeit der Polizei. So wenig wie die von Königs Bodyguards, die draußen auf ihren Chef warten. Zwar weiß sich Eddy zunächst zu helfen, doch dann gerät die Geschichte außer Kontrolle. Der Fall Horst König wird zum Berliner Medienereignis und dessen Familie zum Freiwild für Boulevardjournalisten. Eddy plagt das schlechte Gewissen, und gerne würde er sämtliche Missverständnisse aufklären. Am liebsten gegenüber Königs schöner und exzentrischer Tochter Romy …

Eine Leseprobe finden Sie hier…
Und eine Hörprobe hier…

Und in der Frühjahrsausgabe unserer schmitzkatze können Sie demnächst nachlesen, wie begeistert Kathrin Schwamborn vom »heiligen Eddy« ist…

Jakob Arjouni
Der heilige Eddy
Diogenes Verlag
€ 18,90

Auch als Hörbuch erhältlich:
Ungekürzte Autorenlesung
4 CDs / 288 Minuten
€ 24,90

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Dominique Sigaud, Annahmen über die Wüste

Ein toter Soldat liegt in der Wüste. Er sieht so friedlich aus, als würde er lediglich schlafen… Wie kommt er dahin und was ist ihm widerfahren? An wen sind die zärtlichen Briefe gerichtet, die er bei sich trägt?

Es gibt wunderschöne Bücher, die verschwinden einfach. So auch Dominique Sigauds Roman »Annahmen über die Wüste«. 1997 ist es im ersten (oder einem der ersten) Programm(e) des Berlin Verlages erschienen und es war damals eines unserer absoluten Lieblingsbücher. Und dann war es vergriffen, keine Taschenbuchausgabe in Sicht. Zwölf Jahre später ist es endlich wieder lieferbar und vielleicht haben unsere leicht penetranten Nachfragen beim Verlag doch ein wenig dazu beigetragen, dass Sie dieses Buch jetzt lesen können – und das sollten Sie unbedingt!

Dominique Sigaud
Annahmen über die Wüste
Berlin Verlag
€ 8,90

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Bitte nicht kaufen…

Nach »Kind 44« war ich gespannt auf den neuen Roman von Tom Rob Smith, dem gerade mal 30jährigen Autor aus London. Der erste Roman gefiel mir wegen seiner genauen Recherchen des Alltagslebens in Russland während der Stalin-Aera. Das Buch hatte einige kleine Mängel, es konnte eigentlich nur besser werden. Dachte ich. Schade, mit seinem Roman »Kolyma« ist Smith weit über sein Ziel hinausgeschossen.

Der Inhalt: Moskau 1956. Nach der geheimen Rede Cruschtschows, in der er sich von Stalin distanziert, herrscht Aufruhr in der Sowjetunion. Überlebende der großen Säuberungen melden sich anklagend zu Wort und es kommt zu ersten Racheakten. Der ehemalige KGB-Offizier Demidow soll den Tod von zwei Geheimdienstlern aufklären. Soweit – so spannend. Doch dann kommt es knüppeldick für den Demidow – und für den Leser. Die Adoptivtochter des Ermittlers wird entführt – ausgerechnet von einer Pfarrersfrau, die Demidow zu KGB-Zeiten verraten hat und die nach ihrer Freilassung aus dem Arbeitslager zum Racheengel mutiert. Leben gegen Leben. Demidow soll den Pfarrer, der seit sieben Jahren im berüchtigten Lager Kolyma in Sibirien einsitzt, befreien.

Von da an wird nur noch dick aufgetragen und selbst James Bond würde neidisch ob der Fähigkeiten des Polizisten. Demidow lässt sich ins Lager einschmuggeln – Zerschlagung eines Gefangenenaufstandes unter Deck des Transportschiffes inclusive. Er wird von Mithäftlingen, die ihn erkennen, gefoltert. Er geraät an einen geläuterten Lagerkommandanten, der seine Häftlinge öffentlich um Verzeihung bittet. In einem spektakulären Showdown flieht er aus dem Lager und befindet sich wieder in Moskau – natürlich mit dem Pastor. Die Übergabe scheitert, seine Tochter stirbt.

Mmh, dachte ich beim Lesen. Warum ist jetzt nicht Schluss, warum muss ich immer noch 170 Seiten lesen?
Haha. Die Tochter ist aber gar nicht tot, war alles nur gefaked. Sie wollte nämlich viel lieber bei Ihrem Racheengel bleiben und mit dem nach Ungarn ziehen und einen Volksaufstand anzetteln? (Schließlich haben wir ja 1956). Das Buch zu Ende gelesen habe ich nur, weil ich wissen wollte,  wie Smith die Kurve kriegt und die Klammer schließt.
Ich mache es kurz: Demidow reist nach Budapest, findet seine 14jährige Tochter, die gerade ihre ersten Schießübungen macht und sich zum ersten Mal verliebt. Er holt sie – natürlich unter dramatischsten Umständen nach Hause. Die Geläuterte versöhnt sich mit der Familie und lässt sich – damit endet das Buch dann tatsächlich – vom Vater eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen.
Fazit: So etwas möchte ich nie wieder lesen.

Aus Verlagssicht klingt das übrigens so:
In Tom Rob Smiths zweitem Thriller geht es auf dramatische Weise um Schuld und Sühne. Kann man vergangenes Unrecht wiedergutmachen? Noch nie war die Antwort auf diese uralte Frage so spannend.

Tom Rob Smith
Kolyma
Dumont Verlag
€ 19,95

Die Gewinnerin des Adventsrätsels steht fest!

Silvester-, urlaubs-, inventur- und schnupfenbedingt leider etwas später als geplant…

Wir sind natürlich davon ausgegangen, dass alle Teilnehmer des Adventsrätsels das Lösungswort erraten.
WEIHNACHTSWUNSCHBAUM 2008 stand dann auch viele Dutzend mal in den Antwortmails, die uns seit Weihnachten erreichten.
Offensichtlich hat es allen Freude gemacht und die Zeit bis Weihnachten ein wenig verkürzt. Wir sagen Besten Dank und gratulieren ganz herzlich der Gewinnerin MARTINA MUTZBERG aus Velbert. Der Brockhaus, liebe Frau Mutzberg, ist unterwegs an Sie. Viel Freude damit!

Adventsrätsel 24

Spätestens in einer Woche suche ich mir in den Abendstunden einen Fernseher. Den ultimativen 15minütigen Kult habe ich mir noch kein Jahr entgehen lassen. Sie ahnen, ich suche nach einem Sender der

a    Dinner for One (8)
b    Ein Fall für Zwei (0)
c    Drei Engel für Charlie (5)
d    Die vier Musketiere (2)

zum 258. Mal wiederholt…

Herzlichen Dank fürs Mitspielen! Wir hoffen, wir haben Sie auf unterhaltsame Weise durch die Adventszeit begleitet und wenn Sie erst jetzt unser kleines größtenteils literarisches Adventsrätsel entdeckt haben, können Sie trotzdem noch teilnehmen. Einfach rechts auf die Kategorie »Adventsrätsel« klicken und Sie können alle 24 Fragen nachlesen.

Ihr Lösungswort mailen Sie uns bitte bis zum 28. Dezember 2008 an info@schmitzbuch.de. Dem Sieger, der per Los ermittelt wird, winkt ein nagelneuer 6bändiger Brockhaus. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Daniela Larcher, Die Zahl

Ein Krimi, der um die Weihnachtszeit in einem kleinen verschneiten österreichischen Kaff spielt und bei dem ein Chefinspektor mit einem ausgeprägten Hang zu kulinarischen Köstlichkeiten ermittelt, ist doch die perfekte Lektüre für die Feiertage…

Weil Chefinspektor Morell von den Gewaltverbrechen in Wien die Nase voll hatte, ließ er sich in das kleine beschauliche Dörfchen Landau versetzen. Mit der Ruhe ist es allerdings vorbei, als eine Leiche gefunden wird, die regelrecht hingerichtet und auf deren Stirn eine römische Zwölf geritzt wurde. Morell steht vor einem Rätsel, sollte tatsächlich ein Mörder in seinem Dorf leben? Unterstützung bei seinen Ermittlungen erhält er von der Gerichtsmedizinerin Nina Capelli und dem Archäologen Leander Lorentz, einem früheren Freund des Ermordeten.

Schnell müssen die drei feststellen, dass dieser Mord nicht nur nicht der erste sondern auch nicht der letzte in einer Reihe von rituellen Tötungen steht, in denen die Zahl Zwölf eine entscheidende Rolle spielt…

Leider bin ich noch nicht am Ende angelangt, kann Ihnen also weder den Täter verraten noch erzählen, warum der Vegetarier Morell immer kiloweise Fleisch in seinem Kühlschrank hortet, möchte Ihnen diesen Krimi aber trotzdem allerwärmstens empfehlen. Neben dem spannenden Mordfall zeichnen amüsante Dialoge, kleinere Liebesverwirrungen und sehr eigene Helden dieses Erstlingswerk von Daniela Larcher aus.

Daniela Larcher
Die Zahl
Fischer Taschenbuch
432 Seiten
€ 8,95

Bei uns erhältlich oder online in unserem Shop bestellbar.

Adventsrätsel 23

Endlich kann man Weihnachten mit Loriot feiern: mit Geschenken, die garantiert Freude bereiten (zum Beispiel das Spiel »Wir bauen uns ein Atomkraftwerk«), mit klassischen Rezepten wie »Dackel im Schlafrock« oder »Papa aus Marzipan«, mit Loriots legendärem Adventsgedicht und Opa Hoppenstedts zeitlosem Spruch »Früher war mehr Lametta!«, und nicht zuletzt mit erbaulichen Vorsätzen für das neue Jahr. Ein Buch für alle, die ungeduldig auf das nächste Weihnachtsfest warten, aber auch für diejenigen, die bloß hoffen, dass der weihnachtliche Spuk endlich vorbei ist.

Loriot heißt nicht wirklich Loriot, sondern ist ein echter

a    von Hannover (1)
b    von Ditfurth (9)
c    zu Sayn-Wittgenstein (5)
d    von Bülow (0)

Loriot
Weihnachten mit Loriot
Diogenes Verlag
€ 9,90

Adventsrätsel 22

Was wäre Weihnachten ohne Charles Dickens und seine Weihnachtsgeschichte?
Dem hartherzigen Geizhals Ebenezer Scrooge erscheint in der Weihnachtszeit der Geist seines toten Geschäftspartners, der ihn anfleht, umzudenken und ihm den Besuch dreier Weihnachtsgeister ankündigt. Die Geister erscheinen und zeigen Scrooge nacheinander seine verlorene Kindheit, sein verfehltes Leben und seinen einsamen, jämmerlichen Tod. Lange leistet Scrooge Widerstand, doch schließlich ist er so erschüttert, dass er ein neues Leben beginnt und endlich wahrhaft Weihnachten feiern kann.
Oft wurde dieses Stück auf die Bühne gebracht oder verfilmt.

Am 9. Dezember 1993 kam allerdings eine ganz besondere Fassung in die deutschen Kinos.

a    Die Weihnachtsgeschichte on Ice (3)
b    Die Weihnachtsgeschichte von der Augsburger Puppenkiste (7)
c    Die Muppets Weihnachtsgeschichte (0)
d    Die Weihnachtsgeschichte in der Sesamstraße (8)

Charles Dickens / P. J. Lynch (Ill.)
Eine Weihnachtsgeschichte
Dressler Verlag
€ 19,90

Adventsrätsel 21

Eigentlich ist Olaf ein ganz normaler Elch, da es die aber nicht wirklich gibt, ist er es irgendwie doch nicht. Olaf ist nämlich mit einem übergroßen Geweih auf die Welt gekommen und wird von anderen Waldbewohnern verspottet. Als dann auch noch eine Schaufel seines Geweihs abbricht, ist die Katastrophe da: Er kann sich noch nicht einmal als Weihnachtselch verdingen. Doch dann trifft er einen einäugigen Weihnachtsmann.
Olaf der Elch ist mittlerweile ein Klassiker aus der Feder des Multitalentes Volker Kriegel. Der 2003 gestorbene Volker Kriegel war tatsächlich ein vielseitig begabter Mensch.

In welchem Beruf war er allerdings nie tätig?

a    Er war kein Tänzer (2)
b    Er war kein Jazzgitarrist (4)
c    Er war kein Komponist  (5)
d    Er war kein Zeichner (1)

Volker Kriegel
Olaf, der Elch
Eichborn Verlag
€ 14,95