Angebot I
Fairerweise muss ich Ihnen sagen: nein, jetzt kommt keine Geschichte, jetzt mache ich Ihnen ein Angebot. Es ist so belanglos wie es spannend ist, so gewöhnlich wie exklusiv.
Angebot I
Fairerweise muss ich Ihnen sagen: nein, jetzt kommt keine Geschichte, jetzt mache ich Ihnen ein Angebot. Es ist so belanglos wie es spannend ist, so gewöhnlich wie exklusiv.
HoHoHo
Die Bitte wurde scheibchenweise vorgetragen.
Ob ich wisse, welche Zeit wir gerade haben, wurde ich vor gut zehn Tagen von einer Freundin gefragt.
Klar, Winter, habe ich geantwortet.
Geht’s genauer? setzte sie nach.
Klar, Dezember, habe ich geantwortet.
Noch genauer?
Klar, wir haben bald Weihnachten, habe ich geantwortet.
Aber vorher?
Irgendwann reichte mir dieses Versteckspiel.
Liebe Julia, spuck’s aus, was willst du von mir?
Schnee I
Heute war es wieder soweit… Der erste Schnee bedeckte mein Auto. Und prompt erinnerte ich mich an einen Abend im Dezember, der drei Jahre zurückliegt. Aufmerksame schmitzkatze-Leser wissen, dass ich nicht die routinierteste Autofahrerin war, denn mein erstes Auto hatte ich mir gerade einmal ein halbes Jahr zuvor gekauft.
Unfair
Die Frage bleibt seit fast fünfundzwanzig Jahren unbeantwortet: Darf eine Buchhändlerin im Dezember Geburtstag haben?
Es ist aber auch unfair. Egal, wer in dieser Firma Geburtstag hat, immer sitzt man mal eine Stunde ungezwungen zusammen, plaudert, albert herum und stopft Kuchen in sich hinein. Wenn es sich eben einrichten lässt, wird das ‚Personal‘ geschont an diesem Tag. Nicht so im Dezember.
Allgemeinbildung
Es ist viele Jahre her und geschah wenige Tage vor Weihnachten. Mein Freund Gereon Buchholz, Redakteur der Werdener Nachrichten, bat mich, für ihn einen kleinen Fototermin zu übernehmen, da ich der einzige sei, der mit seiner Minolta klar käme. Um 16.00 Uhr, so briefte er mich, käme zur Ludgerus-Basilika der frisch ernannte Bischof Luthe, um eine kleine Führung durch die Kirche zu erhalten. Ich sollte ein paar Fotos machen, Herrn Luthe sozusagen ins rechte Licht rücken.
Kalte Hände
Montagmorgen, kurz vor acht. Ich ziehe die Haustür hinter mir zu und halte mich links, Richtung Frankenstraße. Die Kälte schleicht unter meine Jacke. Die Temperatur musste über Nacht ordentlich gesackt sein. Ich setze einen Fuß vor den nächsten und fluche. Im letzten Winter war alles noch so einfach, alles so klar strukturiert.
Nach zwei langen spannenden Stunden verabschiedete sich Siggi Loch von mir. Aber noch im Hinausgehen hielt er mich zurück: „Sagen Sie mal, was hören Sie eigentlich, wenn Sie Weihnachten Musik hören? Da muss es doch was geben!“
Langsamkeit
Als Kind hatte ich eine ganz große Stärke: Langsamkeit. Wenig konnte mich aus der Ruhe bringen. Immer habe ich erst abgewägt. Zum Beispiel ob ich mir einen Riegel Schokolade schnell in den Mund stopfen sollte und damit meinen Anteil an der ganzen Tafel sicherte oder ob ich doch vielleicht so lange wartete, bis meine Geschwister ihre Schokolade längst aufgegessen hatten und ich sie dann mit genüsslichen Schmatzen zur Weißglut bringen konnte.
Der Dezember ist ein ganz besonderer Monat. Aber sollen wir Ihnen etwas verraten? Davon bekommen wir in der Buchhandlung herzlich wenig mit. Wir erscheinen vollzählig zum Dienst, da ist es noch nicht hell und verlassen unseren Laden erst, wenn es längst wieder dunkel geworden ist.
Nachdem ich vor vielen Jahren die Bücher von Diana Gabaldon rund um die Schottensaga verschlungen habe und Jahre später von dem Roman »Die Frau des Zeitreisenden« von Audrey Niffenegger begeistert war, habe ich mich sehr gefreut, ein neues Buch mit dem Thema Zeitreisen zu lesen…